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Wissenswertes über unsWar Ihnen der Name 'Stich den Buben' bekannt?
| Wenn ja, dann kennen Sie sich bei den badischen Weinen sehr gut aus. Nicht bekannt sein dürfte Ihnen aber die Geschichte zu diesem Spitzenwein. Im Jahre 1474 - also 18 Jahre vor der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus- hatte der Markgraf von Baden einen ausgezeichneten Koch. Und der hieß: Hans Stich den Buben. | | Der Markgraf war so sehr von den Kochkünsten dieses Gourmet-Profis - so würde man heute sagen - angetan, daß er ihm aus Dankbarkeit bzw. als Anerkennung mehrere Hügel in der unmittelbaren Nähe der Kurstadt Baden-Baden schenkte. Die Weinbergslage StichdenBuben war geboren Welche andere Weinlandschaft kann sonst noch bis auf das Jahr 1474 zurückblicken. Und es lag auf der Hand, daß dieser Meisterkoch, Hans StichdenBuben, nicht nur in seinen Kochtöpfen absolute Spitze war sondern auch schon zur damaligen Zeit dafür sorgte, daß in seinen Weinbergen Spitzenweine geerntet wurden - wie auch heute noch. Hierbei kam diesem Profikoch ein glücklicher Umstand der Natur zugute: das Umweger Rebland bei Baden-Baden weist steile Hänge auf. Dies wiederum bedeutet, daß die Rebstöcke nicht wie im Flachland hintereinander stehen, sondern mehr oder minder übereinander. Es liegt auf der Hand, daß bei diesen steilen Hängen alle Rebstöcke den optimalen Sonneneinfall bekommen. Außerdem ist die Lage dieser steilen Hänge auch optimal: die Reben werden den ganzen Tag über, d.h. morgens vom ersten bis abends zum letzten Sonnenstrahl, vom heißen Planeten geküßt. So wie der damalige Meisterkoch, Hans StichdenBuben, seine Rebstöcke verwöhnte, um die Grundlage für einen vorzüglichen Spitzenwein zu schaffen, so gehen auch die heutigen Winzer mit viel, viel Herzblut an ihre Rebstöcke heran. Diese Winzer, zu einer mittelgroßen Winzergenossenschaft zusammengeschlossen, sind Hobby-Weinbauern in ihrer Freizeit. Aus diesem Grunde sagen wir auch gern zu unserer Winzergenossenschaft, klein, aber fein. Fast hätten wir einen ganz wichtigen Grund vergessen; damals wie heute werden die Reben mit der Hand geschnitten, sprich handgelesen. Sie können sich dann selbst ausmalen, was dies letzten Endes für die Güte eines Weines bedeutet. |
Vom Bock zum Beutel
Die aussergewöhnliche Geschichte einer Flaschenform | Der Bocksbeutel Ein sehr eigenwilliger Repräsentant aus der Familie der Flaschenformen ist wohl der 'Bocksbeutel'. Ihm fehlen Leichtigkeit, Eleganz und Schönheit. Betrachtet man ihn kritisch, so drängt sich einem der Vergleich mit einer volschlanken Person auf, die es längst aufgegeben hat, auf ihre Linie zu achten, und mit ihrer Form glücklich und ausgeglichen ist. Die Bocksbeutelform vermittelt Urwüchsigkeit und barocke Lebensfreude. 'Kommme was da mag ich stehe fest auf meinem Boden' | | Der Bocksbeutel verkörpert in seiner Form das Urgefäß der Menschen- den hohlen Kürbis. Aus diesem entwickelte sich im 3.Jahrtausend v. Chr. ein vollkugeliges Tongefäß, das von den Kelten schließlich um 1400 v. Chr. zu einer dem heutigen Bocksbeutel ähnlichen Tonflachkugelflasche verfeinert wird. Mit einem Doppelhenkel versehen, dient dieser antike Bocksbeutel nach Beginn der christlichen Zeitrechnung vielen Völkern als Feld- und Pilgerflasche und wird immer mehr zu einem Gebrauchsgegenstand. Es gibt ihn aus Ton, Zinn, Holz, Leder und bei den Römern aus Glas. Doch wie kommt der 'Bocksbeutel' zu seinem Namen? Es gibt zwei Hauptversionen: Eine zum Gebrauch in erlesener Gesellschaft, die andere zur volkstümlichen Verwendung. Wein ist zu allen Zeiten ein beliebtes Getränk. Und warum sollen sich da Mönche, Nonnen und andere kirchliche Würdenträger ausschließen? Also stecken sie sich neben dem Gebetbuch ein weingefülltes Behältnis in ihren Buchbeutel oder Booksbüdel ein. So können sie sich bei ihrer Arbeit, bei der Meditation und beim Gebet jederzeit am Wein erfreuen. Nach dieser Überlieferung erhält der Bocksbeutel seinen Namen somit vom weingefüllten Buchbeutel. Der Volksmund insbesondere im Mittelalter, liebt derbe Ausdrücke. Man ist nicht zimperlich, nicht prüde. Man gibt den Dingen des täglichen Lebens gerne vulgäre Bezeichnungen. So bekommt die Feld- und Pilgerflasche im Volksmund aufgrund der Ähnlichkeit der Falschenform mit dem Hodensack des Ziegenbocks den Namen 'Bocksbeutel' = Beutel des Bocks. Währen sich die meisten deutschen Weinbaugebiete für die schlanke Weinflasche entschieden, bevorzugte man in Mainfranken den runden Bocksbeutel. Von dort stammte die Familie des Franz Philipp Knebel zu Katzenellenbogen, der den Bocksbeutel auf sein Rebgut in Neuweier einführte. Nach dem 'Bocksbeutel-Vertrag' von 1960 dürfen außer den Frankenweinen nur die Steinbacher, Neuweierer, Umweger und Varnhalter Weine in Bocksbeutel abgefüllt werden. |
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